Normalerweise reichen die Erzählungen über die Weinbauregionen immer bis weit in den Ursprung der menschlichen Geschichte zurück, die aber angesichts der Geschichte des Ursprungs des Lebens doch äußerst kurz ist! Egal, jedenfalls haben die Weine von damals nichts mit den Weinen von heute gemein.
| Zahlreiche Funde von Silex-Werkzeugen in den Gemeinden Marigny-Brizay, Beaumont und Colombiers lassen darauf schließen, dass bereits während der Altsteinzeit Menschen auf Ampelidae wohnten. Ein Grund dafür sind sicherlich die reichen Vorkommen an bearbeitbaren Steinen (Sandstein und Silex). Der Ort hat bereits seine Geschichte, der Wein noch nicht. |
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Unbekannt ist, ob die wichtige römische Stadt Lemonum auf diesem Hügel
bereits zur Deckung des Eigenbedarfs Weinbau betrieb. Plinius jedenfalls berichtet
in seiner Klassifizierung, so wie sie heute noch für Spitzenweingütern
existiert, nichts darüber!
Die ersten schriftlichen Hinweise für den Wein aus Poitou finden wir
bei Tristan und Isolde. Dort wird er dem König Arthur als Geschenk überreicht.
Also handelt es sich um wertvolles Gut. Damals reichte das Poitou jedoch bis
nach La Rochelle…
Während des Hundertjährigen Kriegs war der Bedarf an turonischer
Kreide sehr hoch, die Kellereien dienten als Unterschlupf. Ebenfalls werden
Taubenschläge und Galerien angelegt, eine architektonische Mischung aus
Baumaterial und Naturstein. Noch heute findet man in der Region zahlreiche
Überreste aus dieser Zeit, insbesondere auf den Weingütern von Ampelidae,
wo die unter dem Gut angelegte Kellerei wahrscheinlich auch als Kultstätte
diente.
Im 14. Jahrhundert dann entstanden die ersten Gebäude entlang dem Pilgerpfad
nach Santiago de Compostela. Darunter die Herrensitze von Lavauguyot und Mailleterie.
Hier löschten bereits die Pilger ihren Durst.
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1530 ließ sich dann Rabelais vom Sauvignon aus dem Poitou, dem Fié
inspirieren und erhob ihn sogar zum Casus belli des Pichrocolinischen Kriegs.
In seinen Erzählungen findet man ebenfalls Cabernet-Franc und Pinot.
Ob die Rebsorten besonders für bestimmte Anbaugebiete geeignet waren,
wusste man damals noch nicht, aber die verschiedenen Sorten existierten bereits.
1699 dann findet man weitere Spuren des Herrensitzes von Lavauguyot. Die Güter
des protestantischen Besitzers wurden damals zur Zeit Ludwig XIV. von einem
königlichen Offizier beschlagnahmt. Jean Portal, Banker von Beruf, wohnt
im Herrenhaus, in seinem Keller lagerten drei Fass Wein, die in dem über
die Beschlagnahmung angefertigten Bericht als Wertgegenstände vermerkt
sind. Nannte man damals die Spitzenweine aus der Vienne bereits „Marigny“?
Herr Portal floh nach England und mit ihm sein Geheimnis!
Ende des 19. Jahrhunderts gehörte die benachbarte Besitzung dem Vorsitzenden
des französischen Verbandes der Hybridzüchter. Auf den Rebflächen
gedeihen größtenteils Léon Millau und andere 5455 (Hybride).
Es geht mehr um Volumen als um Qualität. Ganz im Sinne von Rodolphe Salis,
dessen Tante Besitzerin des Weinguts ist, und der 1893 das Cabaret Chat-Noir
gründete. Es heißt, das er seinen Aufenthalt gerecht zwischen Schlafzimmer
und Kellerei aufteilte, was auf einen nicht gerade moderaten Weingenuss schließen
lässt!
Erst in der Nachkriegszeit setzten die Besitzer von Lavauguyot dann auf Qualität.
1953 wurde der Wein dann im Weinführer Michelin zusammen mit einem der
ersten Spitzenrestaurants der Nachkriegszeit genannt, „Chez Serge“
auf den Kais von La Rochelle. Der umtriebige Restaurantbesitzer führt
ihn dann entlang der ganzen Atlantikküste ein. Ihn verband eine enge
Freundschaft mit Charles Exbrayat. Diente Lavauguyot auch diesem für
seine Beschreibungen des Lebens in der Provinz bekannten Schriftsteller als
Quelle der Inspiration? Den Namen der Besitzung findet man jedenfalls in vielen
seiner Werke.
1990 produziert man auf keinem der Weingüter Spitzenweine, denn keines
der Güter investiert wirklich in dieses einzigartige Terroir.
Zu einer Zeit in der weltweit Spitzenweine gewonnen werden, lässt man
sich in Frankreich hemmungslos gehen.
Ziel von Ampelidae ist heute die Gewinnung der besten westfranzösischen
Spitzenweine, moderne Weinen, deren Wurzeln bis weit in die Jahrhunderte zurückreichen.