Spitzenweine sind nicht einfach das Ergebnis eines beliebigen Aufeinandertreffens geologischer und klimatischer Faktoren. Die Rebstöcke müssen zuerst einmal qualitativ hochwertige Trauben hervorbringen, die dann anschließend mit Sorgfalt und Sachkenntnis verarbeitet werden müssen. Erst dann entsteht ein für den Boden, die Rebsorte und den jeweiligen Jahrgang typisches Produkt. Daher verstehen sich die angewendeten Methoden nicht statisch, sondern evolutiv, ohne Sektierertum oder Zensur, wie auf Ampelidae, wo Vernunft und Denken die Schlüssel zum Erfolg bilden.

 
Die Reben
Man kann es nicht oft genug wiederholen: das Wesentliche sind die Trauben. Deshalb muss man bei dem im Departement Vienne herrschenden typisch nordeuropäischen Klima die Ertragsmengen kontrollieren. Bei Erträgen über 45 hl/ha ist es unmöglich Spitzenrotweine zu produzieren. Dazu müssen alle verfügbaren Rebstöcke genutzt werden, fehlende sind zu ersetzen.

Beim Rebschnitt ist genau auf das „Steigen des Saftes“ zu achten. Anschließend muss den Trauben durch Läubeln der Rebstöcke ausreichend Luft verschafft werden, damit sie sich optimal entwickeln können.

Aus Gründen der Bodenpflege sollte man beim Umpflügen und bei den leichten Weinbergarbeiten im Sommer nur die Bodenoberfläche bearbeiten, so wie man es in den Weingärten von Ampelidae tut.
Zur Produktion verwendet man Rebstöcke mit ebenso spezifisch wie vielfältigem Erbgut. Ein Großteil der Produktion von Ampelidae stammt von mehr als 30 Jahre alten Rebstöcken, einige sind sogar über hundert Jahre alt.


Diese genetische Vielfalt findet sich auch in den neu bepflanzten Rebflächen, auf denen zur Hälfte Ableger unserer eigenen Rebstöcke und zur Hälfte ausgewählte Rebstöcke anderer Rebflächen gedeihen.

Diese Rebstöcke werden dann später aufgebunden, um den Trauben auch eine optimale Besonnung zu gewährleisten. Auf einigen Parzellen sind die Stützen mehr als 2,5m hoch, die Triebe sind somit fast 2m lang.


Die Weinlese
Nur eine manuelle Weinlese gewährleistet Qualität. Auf Ampelidae dauert die Weinlese ungefähr 20 Tage, wobei 20 Weinleser zur Hand gehen. Dank der einzigartigen Konfiguration des Anbaugebiets wird ein Drittel der Trauben direkt von den Weinlesern in Bütten zum vor dem Gärkeller aufgestellten Lesetisch transportiert. Zwischen dem Abschneiden der Traube und der Anlieferung in der Kellerei vergehen also weniger als 5 Minuten, geradezu ideal für die Weinbereitung. Die anderen Trauben werden in jeweils 15kg fassenden Kisten transportiert und ebenfalls auf einem Tisch verlesen. Falls notwendig, können sie vor der Einkellerung gekühlt werden.

Ein Teil der dunklen Trauben wird in Bütten transportiert und innerhalb der auf die Lese folgenden Stunde gekeltert.


Alle Parzellen werden einzeln und in größenmäßig passenden Gärbehältern bereitet.

Die Weinbereitung
Trotz modernster Technik stützt man sich bei der Weinbereitung auf das von Generation zu Generation weitergegebene Fachwissen. Man begrenzt die Schwefelmengen auf ein Minimum und verwendet als Oxidationsschutz Kohlendioxyd. Von der Traube bis ins Glas sind unsere Wein FREI von Zusatzstoffen, außer Schwefeldioxid. Keiner der Ampelidae wird chaptalisiert, der Alkohol wird allein durch Vergärung der Trauben gewonnen.

Durch Hygiene und physikalische Schutzmaßnahmen vermeidet man einen Großteil eventueller Kontaminationsrisiken.
Die Weißweine werden sorgfältigst vorgeklärt und die Spitzenweine in unseren Kellereien aus Kalkstein in Eichenfässern ausgebaut.


Was die Rotweine betrifft, so werden sie bedarfsgerecht eingemaischt und umgepumpt. Die Vorgärung dauert eine Woche, gefolgt von einer 10tägigen Maischegärung. Dann werden über rund eine Woche die Tannine aus der erhitzten Rotweinmaische herausgelöst. Generell dauert der Gärprozess insgesamt 3 Wochen.


Der Ausbau
Alle Ampelidae werden in Eichenfässern ausgebaut. Der Anteil an neuen Fässern schwankt je nach Wein und Jahrgang zwischen 5 und 100%. Das Holz ist bei der Weinbereitung das was in der Küche das Salz: unumgänglich, aber man darf nicht übertreiben. Die Holzart wird jeweils den Cuvée angepasst. Von amerikanischer Eiche bis zur Eiche aus dem Ural sind alle Holzarten zugelassen, schwerpunktmäßig natürlich die französische Eiche aus der Vienne oder Mittelfrankreich.
Die Weißweine werden über rund 9 Monate regelmäßig umgerührt.
Der regelmäßige Abstich und der sorgfältige Ausbau verleihen den Weinen Fülle und hervorragende Lagereigenschaften.

Bei der Flaschenabfüllung auf der ultramodernen Anlage ist automatisch ein Spülgang vorgesehen und unter der sachkundigen Leitung von Christian Brault nähert sich der Wein nun fast der Perfektion. Die Weißweine werden systematisch unter sterilen Bedingungen in Flaschen abgefüllt.

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